Faszien-Coaching

Faszientraining ist in aller Munde – aber was sind denn nun eigentlich die Faszien und warum ist Faszientraining so wichtig?

Viele Schmerzen im Bewegungsapparat sind im faszialen Gewebe begründet und betreffen gar nicht das Gelenk oder die Muskulatur.

Die Faszien sind das, was im Körper alle Organe, Knochen, Gelenke und die Muskeln einhüllt, umschließt und miteinander verbindet – Bindegewebe also. Es gibt unterschiedliche Beschaffenheiten dieser verbindenen Strukturen, immer optimal an den Zweck angepasst. Damit Faszien ihren Zweck erfüllen können müssen sie elastisch und flexibel sein und schleimhäutig, saftig aneinander entlanggleiten können. Die Faszien sind ein absolut erstaunliches Gewebe, das vielerlei Funktionen erfüllt und noch lange nicht umfassend erforscht ist. Aber eines ist sicher, die Faszien und das Bindegewebe sind die „Müllhalde“ des Körpers. In dieses Gewebe verschafft der Körper alle Stoffe, die nicht schnell genug über Niere und Darm ausgeschieden werden können. Es entstehen Verklebungen und in der Folge Bewegungseinschränkungen und Schmerzen.

Wenn wir Tiere in ihren Bewegungsabläufen studieren, können wir viel lernen über Bewegung, Faszien und Trainingslehre. Kein Tiger würde je Gewichte stemmen, durch die Prärie joggen oder sich über Black-Rolls quälen.
QiGong-Formen und Figuren sind der Natur und den Tieren abgeschaut und drücken das in Ihren Bezeichnungen aus: „Schwimmender Drache“, „Fliegender Kranich“, „den See glattstreichen“, „durch die Wolken rudern“, „Bambus im Wind“.  Im QiGong wird der Pflege der Faszien, Sehnen und des Bindegewebes seit jeher große Bedeutung begemessen. Die langsamen geschmeidigen Bewegungen sind dem faszialen System sehr zuträglich und halten die Strukturen flexibel und elastisch. Bestimmte QiGong Praktiken sind für das gezielte Training der Faszien besonders gut geeignet.

Im Ballett und Tanz werden auch weniger die Muskeln trainiert als vielmehr das fasziale System in seiner Gesamtheit aktiviert. Deswegen sind Tänzer feingliedrig und haben lange schlanke Muskeln, während bei vielen anderen Sportarten oft sportartspezifische Muskelgruppen übertrainiert werden.

intendons, Spiraldynamik, Feldenkrais, Cantinica, Franklin-Methode sind ganz sanfte Techniken um gezielt das Bindegewebe, die Sehnen, Faszien und Bänder zu aktivieren, zu trainieren und zu regenerieren. Diese inneren Bewegungen aktivieren immer unser Bewegungszentrum in der Körpermitte und fördern die Körperwahrnehmung. Dadurch  wird das gesamte Gewebe besser mit Blut, Sauerstoff und Nährstoffen versorgt, was zu einer tiefen Entspannung und Regeneration führt. Mit differenzierten Übungen und Ausdauer lassen sich so die Schmerzgebiete gezielt von innen „wegschmelzen“.

Die Körperarbeit mit dem faszialen System geschieht sehr sanft und einfühlsam, sie ist eher ein Erforschen der eigenen inneren Strukturen und fördert die Körperwahrnehmung. Ein besseres Körpergefühl schützt uns auch vor Verletzungen. Es fordert den Menschen in unserem Kulturkreis jedoch ein völliges Umdenken ab, da es nicht um Leistung geht und die Aufmerksamkeit nicht auf das Muskel-Training gerichtet ist.